Biogasanlage in Hessen

Neue Biogasanlage in Nordhessen

Die Raiffeisenwarenzentrale Kurhessen-Thüringen plant nach einer Meldung der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine vom 14.11.2007 eine völlig neuartige Biogasanlage in Nordhessen.

Bei einer Biogasanlage wird Biomasse zu Methangas vergoren. Wurden bislang Pflanzen zu Gas vergoren, setzt nun eine Innovation ein. Die Biomasse, aus welcher Methangas gewonnen wird, besteht in der neuen Anlage aus Lebensmitteln, egal ob pflanzlicher oder tierischer Herkunft, welche das Haltbarkeitsdatum überschritten haben sowie Speise- und Essensresten. Diese können auch verdorben oder verunreinigt sein.

Die Biomasse stammt aus Schlachtereien, Großküchen, Hotels oder Lebensmittelgeschäften. Die geplante Anlage verarbeitet fast alles; so werden zusätzlich Verpackungen aus Kunststoff oder Tetrapak, aber auch Papiere, Pappen, Blechdosen, Glas von der Anlage entfernt.

Die Anlage funktioniert so, dass die Masse zunächst für eine Stunde gekocht wird. Hierdurch werden bakterielle und andere Erreger abgetötet. Anschließend beginnt das Vergären der Masse. Das hieraus gewonnene Biogas wird danach in einem BHKW (Blockheizkraftwerk) in Wärme und Strom verwandelt. Einen Teil der gewonnenen Wärme nutzt die neue Anlage für den gesamten Gärprozess. Die Restwärme kann an Betriebe verkauft werden, zum Beispiel zum Holztrocknen. Der gewonnene Strom, welcher einem Jahresverbrauch von ca. 1.600 3-Personenhaushalten entsprechen soll, wird ins Stromnetz eingespeist. Zu diesen Gewinnen kommen solche aus dem Wärmeverkauf sowie der Abfallentsorgung.

Die entgegenstehenden Kosten bestehen wesentlich aus Abwasserentsorgung, Anlagenbetrieb sowie der Entsorgung der Reste des Gärprozesses und des Restmülls wie zum Beispiel Verpackungsrückstände.

Zur Zeit gebe es überhaupt es fünf gleichartige Anlagen in Deutschland. Nordhessen wird dabei auf dem Weg zu einem Zentrum der erneuerbaren Energien ein weiteres Stück vorankommen.

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